Wann ist es soweit für eine feste Beziehung?

Die Frage, ob und wann eine feste Beziehung sinnvoll ist, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, weil viele persönliche Faktoren darauf Einfluss nehmen.

Zuerst einmal sollte man sich darüber klar werden, wie man sich eine feste Beziehung überhaupt vorstellt. Dort gehen die Unterschiede zwischen den Menschen nämlich schon los. Eine der Ursachen ist, dass jeder eine andere Kindheit erlebt hat und bei den Eltern ein anderes Bild vom Zusammenleben gesehen hat. Dadurch bilden sich unterschiedliche Muster im Beziehungsverhalten heraus, für die die Psychologie eine ganze Menge an Fachbegriffen kennt.   Hat man die feste Beziehung der Eltern als stabil und belastbar erlebt, wird man auch selbst in eine Partnerschaft das notwendige Vertrauen entwickeln können. War das Elternhaus instabil und die nötige Geborgenheit fehlte, entwickeln die Kinder später oft ein ambivalentes Beziehungsverhalten, das eine feste Beziehung stark belasten kann. Das Wechselspiel aus Annäherung und Ablehnung verursacht beim jeweiligen Partner eine emotionale Achterbahn, die niemand lange aushält.   Auch verschiedene psychische Erkrankungen können erhebliche Auswirkungen auf eine feste Beziehung haben. Klassische Beispiele dafür sind Schizophrenie und Alexithymie. Bei schizophrenen Menschen muss man sich darauf einstellen, dass es starke Stimmungsschwankungen gibt und sie oft emotional unbeteiligt wirken. Das kann ein Symptom der Krankheit selbst oder eine Nebenwirkung der verabreichten Medikamente sein.   Statistisch gesehen nimmt in den letzten Jahren die Zahl der Menschen zu, die nicht in der Lage sind, eigene Gefühle erkennen zu können und die auch nicht fähig sind, aus der Körpersprache die emotionale Verfassung eines Partners ableiten zu können. Dass die Zahl der Alexithymiker, mit denen eine feste Beziehung fast unmöglich ist, so stark zunimmt, hat seine Ursache in der zunehmenden Isolation der Jugendlichen, die einer verstärkten Nutzung der elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten geschuldet ist. Sie sitzen häufig ständig nur vor dem PC und chatten und haben außerhalb des Unterrichts kaum Interesse, die direkte Interaktion mit anderen Menschen pflegen zu wollen.   Damit bekommen sie keine unmittelbare Rückmeldung auf ihre Äußerungen und Handlungen, was sich wiederum fatal auf die Ausprägung der so genannten emotionalen Intelligenz auswirkt, die für eine glückliche Beziehung unabdingbar notwendig ist.