Die Fernbeziehung im Alltagstest

Auf Grund äußerer Faktoren eine Fernbeziehung führen zu müssen, kann für den einen Menschen sehr belastend sein, während es für den anderen eine gute Lösung ist.

Wie der einzelne Mensch eine Fernbeziehung empfindet, hängt ganz davon ab, was er sich von einer Beziehung erhofft. Nicht bei jedem Menschen gehört zu einer Beziehung die räumliche Nähe mit der Möglichkeit des ständigen körperlichen Kontaktes zwingend dazu.   Es gibt nicht wenige Frauen und Männer, für die eine Partnerschaft in erster Linie durch eine gewisse Seelenverwandtschaft gekennzeichnet ist. Sie können durchaus in einer Fernbeziehung ihre Erfüllung finden.   Vor allem für Menschen, die geistig und emotional völlig fit, aber körperlich eingeschränkt sind, kann eine Fernbeziehung eine gute Möglichkeit sein, die Defizite zu kompensieren, die bei einer ständigen Abweisung durch eine persönliche Vorstellung in der realen Welt entstehen.   Für sie sind die Möglichkeiten des Internets eine gute Alternative, mit Menschen in Kontakt zu treten, mit denen sie Interessen teilen und mit denen sie über alle Alltagssorgen und auch über ihre Gefühle sprechen können. So entwickeln sich im Laufe der Zeit oft sehr intensive Freundschaften, die auch in eine tiefe Zuneigung übergehen können.   Das Problem dabei ist, dass viele die Anonymität des Internet ausnutzen, um ein idealisiertes Bild von sich zu zeichnen und sich dann wundern, dass der Andere beim ersten Date komplett enttäuscht ist und sich abwendet. In dieser Art der Fernbeziehung sollte Ehrlichkeit das oberste Gebot sein.   Auf der anderen Seite müssen viele Menschen eine Fernbeziehung führen, obwohl sie eigentlich ein sehr starkes Bedürfnis nach echter Nähe haben. Häufig liegen dort berufliche Erfordernisse zugrunde. Hier ist der wichtigste Aspekt, dass sich die Partner gegenseitig absolut vertrauen können und nicht permanent mutmaßen, der andere könnte sie hintergehen wollen.   Wenn bei einer Partnerschaft, die wiederholt längere räumliche Trennungen aushalten muss, einmal das Saatkorn der Eifersucht ein Krümelchen fruchtbaren Boden erwischt hat, bedeutet das langfristig für beide Betroffenen starke emotionale Belastungen und in vielen Fällen auch das Aus für eine Beziehung, die ohne den Fakt der vorübergehenden Distanz gut funktioniert hätte.   Das liegt nicht zuletzt daran, dass durch den fehlenden körperlichen Kontakt die Ausschüttung der für das Gefühl der Bindung notwendigen Hormone stark reduziert wird.